KAFFEE-PRODUZENTEN

Bis dein Kaffee fertig in der Tasse landet, haben bereits viele Menschen ihre Arbeit und Aufmerksamkeit dafür aufgebracht - Farmer und Erntehelfer, Arbeiter an der Aufbereitungsanlage, Transportunternehmen, Röster und Barista. All diese Menschen leben von dieser Arbeit und verdienen eine faire Bezahlung dafür. Daran sind wir interessiert und sehen es als Teil unserer Aufgabe, Verantwortung für die gesamte supply chain vom Herkunftsland bis hierher zu übernehmen. Deshalb engagieren wir uns für Transparenz und veröffentlichen unsere Rohkaffee-Einkaufspreise. Nur so ist für die KundInnen nachvollziehbar, wie viel von ihrem Geld tatsächlich im Ursprung ankommt. Der Preis variiert mit Herkunft und Anbau- bzw. Verarbeitungsweise, Sortierung, Kaffeevarietät (Arabica, Robusta), Lot-Größe und anderen Kriterien.

 

Derzeit beziehen wir die Kaffees aus Ecuador, Guatemala und Honduras direkt. Direkter Handel - also direct trade - bedeutet für uns, dass wir das Importrisiko mittragen, indem wir den Kooperativen 60% der Einkaufssumme vor der Ernte bezahlen und den Produzenten damit ein zinsloses Darlehen geben, mit dem sie wirtschaften können. Wird die vereinbarte Qualität übertroffen, zahlen wir eine Prämie an die Kleinbauern. Die Kaffees aus Äthiopien und Brasilien beziehen wir über Coffee Quest bzw. CTS Coffee Trading Stehl, Rohkaffee-Spezialitätenhändler, die für ihre Transparenz und herausragenden Qualitäten geschätzt werden.

Derzeit liegt die Preisspanne unserer Einkäufe zwischen 2,10 und 4,10 USD pro Pfund. Im Vergleich dazu liegt der Fair Trade-Mindestpreis derzeit bei 1,40 USD pro Pfund und der Weltmarktpreis bei 1,04 USD pro Pfund (Stand: 9.März 2020).

Anschließend findest du genauere Info zu den einzelnen Kooperativen und Herkunftsländern.

ECUADOR, Kooperative ACRIM

Die Kooperative ACRIM hat ihren Sitz im Kanton Zamora Chinchipe, im Süden Ecuadors, und hat derzeit knapp 140 Mitglieder. Die Kooperative ist Bio-zertifiziert. Wir haben ACRIM im Juni/Juli 2015 besucht und im Oktober 2017 haben uns Vertreter der Kooperative in Wien besucht. Wir sind von der Professionalität und dem Engagement der Campesinos beeindruckt!
Der Kaffee wird vor Ort von den einzelnen Mitgliedern gewaschen und in der Kooperative aufbereitet, geschält und sortiert. Die fehlerhaften Bohnen werden manuell aussortiert und nachgetrocknet. ACRIM hat einen eigenen Cupper (professionellen Verkoster). Dadurch erhalten die Kleinbauern sofort nach Anlieferung der Ernte eine Feedback und werden entsprechend der Qualität bezahlt. Das Ergebnis ist beeindruckend und wird jedes Jahr noch besser!
In den vergangenen Jahren erzielten die Kaffees der Kooperative immer vordere Plätze bei der "Taza Dorada", der ecuadorianischen Version des Cup of Excellence.

Der Rohkaffee ist bio-zertifiziert. 

 

Preis pro Pfund FOB 3,38 USD
www.fapecafes.org.ec

ECUADOR, Kooperative Rukullakta

Die Kooperative Sachakuri/Rukullakta im Pueblo Kichwa de Rukullata haben wir im Juni 2015 und Mai 2019 besucht. Mittlerweile gibt es eine lokale Aufbereitungsanlage und sogar einen Röster. Der Robusta wird nicht nur beim Ernten, sondern auch danach sorgfältig handverlesen. Wir haben mehrere Chakras besucht: Auf einer Fläche von einem Hektar werden hier bis zu 180 (!) verschiedene Nutz- und Heilpflanzen angebaut. Noch nie haben wir eine so große Pflanzenvielfalt auf einer so kleinen Fläche gesehen! Zwischen Bananen, Kakao, Yucca, Lima... wächst der Kaffee. Durch diese Mischkultur und die mineralischen Ablagerungen sind weder Dünger noch Pestizide nötig, um gewaschenen Robusta allerhöchster Qualität zu produzieren. Nur weiter so!

 

Diese Kooperative ist aufgrund ihrer winzigen Größe nicht bio-zertifiziert,  ist aufgrund der Anbauweise aber mit Abstand der nachhaltigste Kaffee in unserem Sortiment.

 

Preis pro Pfund FOB 2,80 USD

 

HONDURAS, Kooperative COMSA

COMSA steht für Café Orgánico Marcala Sociedad Anónima.  Mit dieser Kooperative arbeiten wir bereits seit der Gründung von prem frischkaffee zusammen. Die COMSA zählt 1400 Mitglieder und wird weltweit für die gute Bildungsarbeit im Biolandbau geschätzt. Der Farmer Oscar Omar hat ein eigenes Verfahren entwickelt, bei dem Kokosnussschalen zur verbesserten Feuchthaltung der Böden verwendet werden. Der Rohkaffee ist Bio-zertifiziert. Im Juli 2017 haben wir ProduzentInnen der COMSA in Hamburg bei Quijote Kaffee getroffen und gemeinsam ihre Produkte verkostet. Durch das herausragende Qualitätsmanagement der COMSA konnten wir immer wieder spannende Microlots beziehen: Mit einem Kaffee von Fabio Claros wurde Michael Prem Österreichischer Barista-Staatsmeister 2017. Mit einem Lot von J. Soccoro Díaz war Michael bei der Barista-WM 2017 in Seoul, Südkorea.

Dieses Jahr haben wir von dieser Kooperative mehrere Kaffees im Sortiment: einen Blend von einigen wenigen Socios, der trocken aufbereitet wurde (natural), einen Nass-aufbereiteten Blend (washed), einen Honey-processed Kaffee und zwei spannende Microlots von der Farm Cual Bicicleta von Oscar Omar. Der Natural besticht durch seine Süße und hat mollig weiche Fruchtnoten (Kakao, Dattel und Powidl),  der Washed blend ist schokoladig und bringt feine Orangennoten mit. Der Honey bringt Aromen von Honig und roter Traube in die Tasse.
Microlots, also Kaffees von einzelnen Parzellen mit besonderem Mikroklima, die getrennt aufbereitet werden, sind vergleichbar mit ausgezeichneten Lagen beim Wein und spiegeln das Terroir und die Verarbeitungsweise besonders gut wider! Unsere beiden Microlots kommen von aneinanderliegenden Parzellen Oscar Omars und sind natural processed. Der Microlot #240 schmeckt nach Kirsche, Limette und braunem Zucker und Microlot #241 nach Himbeere, Vanille und einem Hauch Palo Santo.
Der Rohkaffee ist bio-zertifiziert.

FOB:
Honduras washed 2,90 USD pro Pfund
Honduras honey 3,70 USD pro Pfund
Honduras natural 3,40 USD pro Pfund
Honduras Microlots 4,10 USD pro Pfund

 

www.comsa.hn

 

ÄTHIOPIEN, Keramo Village, Region Sidamo

Über den auf transparenten Handel spezialisierten Rohkaffeehändler Coffee Quest haben wir diesen fantastischen Kaffee entdeckt. Er wird im Bombe Mountain Valley angebaut, wo die drei Dörfer Bombe, Shantawene und Keramo gemeinsam die Bombe Washing Station nutzen. Das Dorf Keramo liegt hoch in den Bombe Mountains und die von ihnen angebauten Bohnen sind aufgrund der Seehöhe von 1850-2100m relativ klein. Wir haben uns für einen natural verarbeiteten Kaffee entschieden und sind überglücklich mit dem markanten Geschmack nach Walderdbeeren und der Süße, den diese Bohnen liefern!
Der Rohkaffee ist bio-zertifiziert.


FOB 3,85 USD pro Pfund

 

www.thecoffeequest.com/europe/origins/ethiopia/bombe-washing-station

 

BRASILIEN, Fazenda Capim Branco

Neues Jahr, neuer brasil! 2020 beziehen wir erstmals diesen Kaffee von den Andrade Brüdern aus dem brasilianischen Bundesstaat Minas Gerais. Dort betreiben sie auf 1150m Seehöhe ihre Fazenda Capim Branco, eine sehr alte Kaffeefarm in Brasilien. Auf vulkanischen Böden wachsen Kaffeepflanzen der Varietät Yellow Catuai, die nach dem Pflücken mittels natural-Verarbeitungsweise getrocknet werden. Uns hat der typisch brasilianische Charakter (viel Süße & runder, weicher Körper) überzeugt. Capim Branco bedeutet übrigens "weißes Gras" und weist auf die weiße Blüte der Kaffeepflanzen hin.

Der Kaffee ist nicht bio-zertifiziert.

 

FOB 2,20 USD pro Pfund

www.kaffeestehl.com
andradebros.com.br

 

Guatemala, Kooperative COIPEC

Einige Produzenten der Kooperative APPAECE haben sich 2019 zu der neuen COIPEC zusammengeschlossen, die Kaffee im dem Departamento San Marcos im Südwesten Guatemalas produzieren. Typisch für guatemaltekischen Kaffee ist oftmals ein voller Körper, ein schokoladiges Mundgefühl und toffee-artige Süße. Von dieser Kooperative beziehen wir einen schön sortierten washed Arabica, der tolle Noten von Malz und Brombeeren hat und cremig wie Milchschokolade am Gaumen ist.
Der Rohkaffee ist bio-zertifiziert.

 

FOB 3,15 USD pro Pfund

 

Mexico, Kooperative Flor de Cafetal, Municipio Las Margaritas

2000 wurde die Produzentenorganisation Flor de Cafetal im Südosten Mexicos gegründet und hat mittlerweile 266 Mitglieder, die auf 524 Hektar Kaffee anbauen. Der Kaffee wird biologisch angebaut. Nur so lohnt sich für die Kleinbauern die Produktion, da im steilen Terrain in 900-1700m Seehöhe viel Handarbeit notwendig und die Gegend abgelegen ist. Die hier in indigenen Gemeinschaften lebenden Mitglieder der Flor de Cafetal bauen in ihren Gärten neben Kaffee auch verschiedene Lebensmittel wie Mais, Bohnen, Bananen etc. an. Von ihnen beziehen wir unseren koffeinfreien Kaffee. Entkoffeiniert wird er mit dem Kohlenstoffdioxid-Verfahren, bei dem keinerlei Chemikalien zum Einsatz kommen, sondern das Koffein mittels CO2 aus den Bohnen gelöst wird. Das Endergebnis kann sich schmecken lassen, was bei entkoffeinierten Kaffees mitunter eine Seltenheit sein kann.
Der Rohkaffee ist bio-zertifiziert.

 

FOB 2,10 USD pro Pfund

www.eza.cc/flordelcafetal